Interview mit Fenrir Vier von ‚Ne no Kami‘


ne no kami

Für uns bot sich vor kurzem die Gelegenheit Fenrir Vier, Szenario-Schreiber des Kuro Irodomu Yomiji Doujin Circles und Autor von Sacrament of the Zodiac: The Confused Sheep and the Tamed Wolf sowie dem kommenden Ne no Kami: The Two Princess Knights of Kyoto, ein paar Fragen zu stellen. Ne no Kami wurde mittlerweile auf IndieGoGo komplett finanziert und so können wir schon bald mit dem ersten Teil des Zweiteilers rechnen. Das Interview wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. Am Ende findet sich auch noch einmal das englische Original.

(english version down below)


Pantsu.de (P): Wie sind Sie zur Spieleentwicklung gekommen? In welchem Moment dachten Sie: „Ja, das ist es.“?

Fenrir Vier (FV): Bevor ich mit der Spieleentwicklung begonnen habe, wurde schon an Ideen und der Welt von „Ne no Kami“ gearbeitet. Um diese Welt zeigen zu können, brauchte ich entsprechende Tools und habe mich für Spiele als Medium entschieden.
Es gab viele Momente, wo ich dachte: „Das ist es.“
Als Beispiel basiert die Stadt, in der Shinonome & Co. leben, auf einer existierenden Stadt in Kyoto. Als ich den Ort zum ersten Mal besucht habe, war mir sofort bewusst, wo die Protagonisten leben werden. Manchmal haben wir uns im Internet auch Karten der Berge dort angeschaut. Wir hatten das Gefühl, dass es in den Kurama Bergen gut Geistererscheinungen geben könnte und haben uns dort verschiedene Orte angesehen.

Spieleentwicklung ist immer eine Offenbarung.

P: Wie lange beschäftigen Sie sich schon mit der Spieleentwicklung, insbesondere im Visual Novel Bereich?

FV: „Nenokami: The Princess Knights of Kyoto” Teil 2 wird mein 5. Werk darstellen.

P: Mit Sacrament of the Zodiac und Ne no Kami haben Sie zwei Visual Novels mit dem Thema Yuri veröffentlicht. Was hat gerade zu dieser Themenwahl geführt. Hatten Sie hierfür Inspirationen?

FV: Yuri ist die Grundlage unseres Circles und natürlich mögen wir es auch einfach sehr. Allerdings haben „Sacrament of the Zodiac“ und „Ne no Kami“ unterschiedliche Nuancen, was das Thema angeht. „Sacrament of the Zodiac“ war speziell auf Yuri fokussiert, während „Ne no Kami“ sich auf die fortlaufende Handlung konzentriert. Die Yuri-Elemente in „Ne no Kami“ sind etwas, das zwischen den Charakteren stattfindet.

P: Nach Sacrament of the Zodiac, gab es da Dinge, die Sie in zukünftigen Titel verbessern wollten, insbesondere in Ne no Kami?

FV: „Sacrament of the Zodiac“ drehte sich darum, dass man zu jeder Zeit die Perspektive wechseln konnte und die Gedanken beider Charaktere sehen konnte. Als Spieler ist man hier nicht ein einzelner Charakter, sondern eher omnipräsent.
Leider gab es dabei einen Problem: Während der Erotikszenen musste der Spieler immer zwischen den Charakteren wechseln, um ihre Gefühle zu sehen. Dies wurde in „Ne no Kami“ geändert. Hier werden nun die Emotionen beider Charaktere gleichzeitig dargestellt.
In Wahrheit befand sich „Ne no Kami“ lange vor „Sacrament“ in der Entwicklung. Allerdings war es „Sacrament of the Zodiac“, welches „Ne no Kami“ erlaubte, sich zu weiterzuentwickeln.

P: Ne no Kami wird in zwei Teile aufgeteilt werden. Wird jeder Teil einer anderen Storyline folgen oder wird es eine lange, zusammenhänge Story sein? Was führte zu der Entscheidung, Ne no Kami aufzuteilen?

FV: Da gibt es viele Gründe:

  • Probleme mit dem Budget

Wenn wir es in einem Stück erstellen würden, wäre unser Budget nicht groß genug und wir hätten die Anzahl an CGs und Musikstücken begrenzen müssen. Wenn wir das getan hätten, würde es nicht das repräsentieren, was ich mir vorgestellt hatte und machen wollte.

  • Probleme mit dem Veröffentlichungszeitplan

Aufgrund von verschiedenen Charakteren und Charaktereinstellungen in „Ne no Kami“ würde es zu viel Zeit in Anspruch nehmen, all diese Punkte auf einmal abzuarbeiten. Wenn wir es in einem Stück produzieren würden, würden wir sicherlich unsere Finanzierung verlieren und hätten nichts mehr zu Essen auf dem Tisch.

  • Wir wollten eine folge von Szenen in Teil 2 besonders sorgsam erstellen

Da wir den Großteil unser finanziellen Mittel und Arbeitskraft auf diese bestimmte Szenen konzentrieren wollten, wollten wir uns hier auch nicht überstrapazieren und haben uns dafür entschieden, es aufzuteilen. Wenn wir in diesen Szenen einen kleinen Fehler machen, würde es definitiv Probleme verursachen.

Die Charaktere werden sich in den beiden Teilen nicht ändern und es wird eine zusammenhängende Handlung sein. Teil 1 wird auf die wachsende Handlung fokussiert sein, bis hin zu plötzlichen Veränderungen in der Entwicklung der Handlung. Teil 2 wird mit einer erschütternden Szene beginnen. Der bedeutende Unterschied zu Teil 1 ist, dass das Tempo der Handlung hier wie eine große Welle sein wird, die sicherlich die Emotionen der Leser mit sich reißen wird.

P: Ist das Schreiben von Visual Novels für Sie eher ein Hobby oder wurde es schon zu einem Beruf?

FV: Ich habe es als Hobby angefangen, mittlerweile ist es aber eine Mischung zwischen Hobby und Arbeit.

P: Visual Novels werden im Westen immer beliebter und fast täglich erscheinen originale, englische Visual Novels. Was halten Sie von dieser Entwicklung in der Visual Novel Industrie?

FV: Es wird eine Zeit kommen, wo das Angebot die Nachfrage übersteigen wird und der Markt gesättigt ist. Ob es dann zu einem Konflikt regionaler Industriegrößen oder zu einer Massenproduktion von minderwertigen Produkten kommen wird, kann ich nicht sagen.
Allerdings glaube ich, dass eine größere Auswahl etwas Gutes ist.

P: Wie fühlen Sie sich, nachdem Sie gesehen haben, wie Ne no Kami innerhalb von nur wenigen Tagen das Ziel auf IndieGoGo erreicht hat?

FV: Am Anfang habe ich mir Sorgen gemacht, dass „Ne no Kami“ nicht akzeptiert werden würde. Jedoch ging es weit über unsere Erwartungen hinaus, was mich überrascht hat, wofür ich aber auch dankbar für bin. Deshalb, vielen herzlichen Dank.

P: Mit Sekai Projekt an Ihrer Seite betreten Sie zum zweiten Mal den englischen Markt. Sind für die Zukunft noch weitere Sprachen geplant?

FV: Wenn es ein Hit wird, würde ich es gerne auf Chinesisch veröffentlichen. Was denkt ihr darüber, Sekai Project?
Da Übersetzungen nicht billig sind, hängt dies nebst anderen Kriterien vorwiegend davon ab, wie gut sich die englische Version verkaufen wird.

P: Und um unsere Fragerunde abzuschließen: Wie sieht Ihre Planung für die Zukunft allgemein aus? Werden wir mehr Yuri Visual Novels sehen oder planen Sie, andere Thematiken auszutesten?

FV: Als Kuro Irodoru Yomiji werden wir immer Yuri als ein Element in unseren Produkten haben. Allerdings kommt es auf den Titel an, ob Yuri ein zentrales Thema mit etwas zusätzlichem ist, oder ob es etwas wie „Ne no Kami“ sein wird, wo in der Handlung Yuri-Elemente vorhanden sind. In jedem Fall würde ich gerne weiterhin Werke erschaffen, die ich auch erschaffen möchte.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Fenrir Vier für die Beantwortung unserer Fragen.


Kajiri und riGGo, sowie einem Anon gefällt dieser Artikel.

2 Kommentare zu “Interview mit Fenrir Vier von ‚Ne no Kami‘

    • Dadurch, dass wir hier und dort was mit Sekai Project, CreSpirit und anderen zusammen Machen, haben sich Kontakte in dem Bereich gebildet. Und so sind wir dann auch zu dieser Möglichkeit gekommen.

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