Visual Novel Review: KARAKARA


KARAKARA

Anfang dieser Woche erschien die Visual Novel KARAKARA auf Steam. Entwickelt von calme und finanziert durch IndieGoGo handelt es sich hierbei um einen weiteren Titel im Portfolio von Sekai Project. Die Novel sah eigentlich ganz interessant aus, weshalb ich damals auch bereits die IndieGoGo Kampagne unterstützt hatte. KARAKARA erschien in Japan und dem Rest der Welt gleichzeitig. Für Interessierte ist es hier sogar möglich, den japanischen und englischen Text zeitgleich anzeigen zu lassen. Als Basis für dieses Review dient die 18+ Version von Denpasoft.

Titel: KARAKARA
Entwickler: calme
Genre: Slice of Life
Länge: ~3h
Premiere: 27. Juni 2016

Story:
„Let us live on this land so arid.“

KARAKARA. It is the sound of aridity. It is the sound of dry asphalt and sandy winds. It is the sound of relentless sunshine, as well as the sound of a withering race.

The „Age of Dusk.“ It is a time of senescence for the human species, during which hybrids known as the „Others“—those who are human, yet not—exist in great numbers. On the windswept barrens of a land without moisture, a small gathering of people make their living in a world they no longer know. Down a stretch of highway and far from the heart of the town are two such people who run a small diner. To them, the circumstances that reshaped their world is of far less concern than the number of lunch boxes they can load into their delivery vehicle. After all, leaving customers hungry is not good for business, and business keeps them fed. Day after day, they occupy themselves with the endless work of their store. However, the comfortable monotony of their daily lives is turned on its head when they discover a large suitcase by the roadside on their way home from deliveries. Lying on the suitcase, unmoving, is a young girl with pink hair…

Though parched, they keep each other company, and while hollow, they fill each other’s voids.

So shall they live on this land so arid.

Handlung:

KARAKARA glänzt mit dem Fehlen einer wirklich konkreten Handlung und gibt sich voll und ganz dem Slice of Life Genre hin. Wir folgen hier mehr oder weniger den Ereignissen rund um das Café und die Charaktere. Was es mit „Age of Dusk“ auf sich hat, wird in der Novel nur nebenläufig mal erwähnt und bietet an sich nur so ein bisschen Grundgerüst. Selbst mit dem Auftauchen von Aisia ändert sich an der ruhigen Handlung eher wenig. Langsam aber sicher schleicht die Story sich dahin, bis es dann auch schon vorbei ist. Wirkliche Höhen und Tiefen erwarten den Leser hier nicht. Auch von einem wirklichen Drama ist hier weit und breit keine Spur. Wie bei Slice of Life üblich, lebt die Novel reinweg von den Charakteren und ihren Interaktionen. Ein weiterer typischer Aspekt ist das fehlen eines richtigen Abschlusses. Da es von vornherein keine richtige, tiefe Handlung gibt, kann es auch keinen wirklichen Abschluss geben. KARAKARA endet damit, dass eine kleine (selbst verursachte) Hürde überwunden wurde. Dies stellt aber keinen wirklich Endpunkt dar, da danach alles immer noch genauso offen ist, wie zuvor.

Mit dem „Age of Dusk“ hat die Visual Novel eigentlich eine recht interessante Hintergrundgeschichte. Hierauf wird allerdings viel zu wenig eingegangen. Es gibt hier und dort immer mal wieder kleine Andeutungen, aber wirklich viel erfährt man in der Richtung nicht. Für einen Slice of Life Titel ist dies an sich in Ordnung. Allerdings wäre hier auch durchaus viel mehr Potential vorhanden gewesen, um vielleicht doch etwas ernsteres und damit wohl auch interessanteres aus dem Titel zu machen. So definiert sich KARAKARA nun mehr über seine Moe Charaktere. Das, was einem hier dann noch an etwaige Handlung geboten wird, ist leider recht vorhersehbar.

Da es sich bei KARAKARA um eine Kinetic Novel handelt, gibt es hier auch keine Entscheidungsmöglichkeiten. Was die Handlung angeht, wird man hier also vor vollendete Tatsachen gestellt. Die beiden Sexszenen bereichern nun nicht wirklich die Handlung und wirken sogar etwas unangebracht in dem ganzen Setting. Vor allem die erste Szene ist in dem Moment doch ein bisschen komisch platziert und passt nicht wirklich zu den Charakteren. Ich würde hier schon soweit gehen und sagen, dass die All-Ages Version das bessere Produkt darstellt.

KARAKARA Screenshot 2

Illustrationen:

Die Illustrationen von p19 gefallen mir. Hier wurde eine solide Arbeit abgelegt und auch die Hintergründe sind hübsch gestaltet. Die Charaktersprites haben schön viele Variationen und dadurch wirkt alles nicht so steif. Es gibt zwar nicht so viele CGs, für die Länge der Visual Novel ist die Anzahl aber ausreichend. Es gab hier nun auch nicht so viele Szenen, welche wirklich mit CGs unterstützt werden mussten. Das Design der Charaktere ist niedlich gestaltet und Fans von Moe sollten hier definitiv durch Lucia und Aisia auf ihre Kosten kommen.

KARAKARA Screenshot 1

Charaktere:

Die Charaktere selbst sind nett gestaltet. Das wars dann aber auch. Die Novel ist leider nicht lang genug, um den Charakteren wirklich viel Persönlichkeit einzuhauchen. Dadurch wirken die Charaktere etwas flach. Dafür hat man sich hier mehr Mühe gegeben, sie zuckersüß zu gestalten. Eigentlich bin ich kein großer Fan davon, wenn Charaktere sonst nichts aus macht, außer der Tatsache, dass sie Moe sind. Zu Lucia würde ich allerdings nicht ‚Nein‘ sagen. Vom Charakter hat sie mir am besten gefallen. Sie ist zwar ein bisschen zurückhaltend, aber das gefällt mir gut. Aisia ist hingegen schon etwas zu aufgedreht. Weiterhin ein natürlich wichtiger Punkt: Tierohren. Was will man mehr bei seinen Charakteren.

KARAKARA Screenshot 3

Sound:

Der Soundtrack ist gut gewählt und passt zu den Szenen. Die Vielfalt an Songs ist ausreichend und die Musik ist auch nicht zu aufdringlich. Was hier aber echt gut gelungen ist, ist die Synchronisation. Vor allem die Stimme von Lucia ist mit Kawashima Rino sehr passend gewählt worden. Durch sie blüht der Charakter ist richtig auf. Auch die Stimme von Aisia passt zu ihrem Charakter. Obwohl Cullen eigentlich nur ein Nebencharakter ist, hat auch sie eine echt passende Stimme für ihren Charakter spendiert bekommen. Aber letztendlich ist es hier vor allem Lucia, die mit ihrer Synchronisationsstimme überzeugen kann. Hier hat man sich echt sehr viel Mühe gegeben.

Fazit:

Die Handlung ist recht simpel und vorhersehbar. Die Charaktere sind gut gestaltet, für meinen Geschmack aber etwas flach. Trotzdem entpuppt sich KARAKARA aber als ein solider Slice of Life Titel mit liebenswerten Charakteren und einer hervorragenden Synchronisation. Die Illustrationen sind kunstvoll gestaltet und KARAKARA hat trotz seiner Kürze gut unterhalten. Ich hätte mir hier ein bisschen mehr Informationen zur Hintergrundgeschichte und der Vergangenheit gewünscht, auch hätte eine etwas tiefer gehende Story nicht geschadet. Insgesamt konnte die Visual Novel aber überzeugen. Für Fans von Moe ist die Novel so oder so eine klare Empfehlung, aber sonst ist es auch ein gutes Werk für einen ruhigen Abend.

karakara wertung

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2 Kommentare zu “Visual Novel Review: KARAKARA

  1. An sich ein recht gutes Visual Novel, da es mal in keiner Highschool und keinem Maid-Cafe… (ja gut ihr wisst wie ich das meine^^) spielt und auch in Sachen Optik, Charaktere und Atmosphäre überzeugen kann.
    Enttäuschend war jedoch die Tatsache, dass (bis jetzt) nur wenig relevante Fragen beantwortet wurden und selbst auf den letzten Drücker noch neue aufgeworfen wurden, statt wenigstens da zumindest noch 1-2 Antworten anzuschneiden.

    Als Moe-VN überzeugt es alleine schon wegen Aisia und der Story schon deutlich mehr, als sämtliche Nekopara-Teile.
    Als Mystery-VN ist es auch nicht schlecht, kann es aber eher nicht mit Phenomeno oder Higurashi aufnehmen.
    Habe nur etwa 15 „richtige VNs“ gespielt, daher können meine Vergleiche für erfahrene VN-Spieler womöglich etwas fehl am Platz wirken. Die Soundtracks waren auch genial. Mein Favorit waren die Menümusik und die Highway-Musik.

    Persönliches Fazit: 7,5/10

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