Game Review: AL・FINE


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AL・FINE hatte ich bereits ins Auge gefasst, als es angekündigt wurde. Begeistert von Recettear war ich froh, etwas neues aus dem gleichen Genre zu sehen. Ich möchte hier aber nun weniger einen direkten Vergleich zu Recettear ziehen, als mal einen Einblick in AL・FINE zu liefern. Trotzdem soll das aber nicht unbedacht bleiben. AL・FINE stammt von CrimsonRabbit und wurde von Sekai Project auf Englisch veröffentlicht. Es erschien vergangene Nacht auf Steam und kostet 14,99€. Für dieses Review wurde mir eine Vorabversion von Sekai Project gestellt.

Titel: AL・FINE
Entwickler: CrimsonRabbit
Genre: Simulation, Comedy
Premiere: 11. November 2016 (Englisch)

Story:
This is a world formed of groups of floating islands.

In this world, three races — humans, sprites, and kindred — coexist with their own unique cultures. Some races are on good terms with each other, such as humans and sprites, while others may not get along as well, such as sprites and kindred, but they all live together more or less harmoniously.

Nowhere is that cooperative attitude more apparent than here in the most commercially-developed town on the archipelago, Notte Luce.

The tale about to be told is about a boy named Louis and his experiences in Notte Luce.

Handlung:

Als Spieler wird man hier recht schnell ins geschehen geworfen. Mehr oder weniger weil Louis übers Ohr gehauen wird, trifft er schnell die Entscheidung, den Shop seiner Eltern zu übernehmen und selbst zum Händler zu werden. Ohne jegliche Erfahrung wird er hierbei von Alice und Sophie, aka Miss Tutorial, unterstützt. Ab hier an ist die Handlung dann relativ linear: Es wird gehandelt, Abenteurer los geschickt und natürlich Rechnungen bezahlt.

Unterstützt wird dieses Setting von einer angenehmen, aber nicht aufdringlichen Portion Comedy und einem brauchbaren Simulationsanteil. Schließlich kommt auch noch sympathische Konkurrenz dazu, welche dann wieder ein bisschen mehr Action in das ganze Geschehen hinein bringt. Gerade am Anfang hatte ich hier das Gefühl, dass dem Spiel recht bald die Luft ausgehen würde, da man als Spieler anfangs nicht wirklich ein Ziel zu verfolgen hatte, außer: Scheffel mehr Geld.

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Gameplay:

Das Gameplay fokussiert sich hier recht stark auf das Management des Shops. Man muss darauf achten, welche Waren gerade im Trend liegen, dass Essen recht schnell verdirbt und manche Dinge zwar gut Geld bringen, sich aber schwer verkaufen lassen. Seinen Shop kann man anpassen, um einen bestimmten Kundenstamm anzulocken und wenn man die Punkte dafür hat, auch erweitern. Auf dem Markt bekommt man neue Waren, wobei man genau darauf achten muss, von was man sich wie viel holt. Alle Items haben ein Gewicht und die Regale im Laden können nur ein bestimmtes Gewicht tragen. Mit Alice kann man dann während der Öffnungszeiten ausverkaufte Waren wieder aufstocken, sofern man sie denn im Lager hat. Kunden sind nicht gerade glücklich, wenn ein Item zwar ausgestellt ist, aber nicht mehr erhältlich. Hinzu kommen natürlich dann auch noch Events, die dafür sorgen, dass die Nachfrage von bestimmten Produkten steigt oder natürlich auch mal fällt und wenn man nicht aufpasst, sitzt man hier gerne mal eine Zeit mit wenig Geld in der Kasse auf einem Lager voller wertlosem Schrott.

Seine Waren kann man aber nicht nur über den Markt beziehen, sondern auch Abenteuerer losschicken. Je nach Ausrüstung und Level haben sie eine Chance, gute Items mitzubringen oder gar ein neues Gebiet zu entdecken. Nach ein paar Tagen kehrt der Abenteurer dann wieder zurück und bringt neue Waren mit sich. Hier ist die Gewinnmarge dann natürlich größer als bei Items, die man von Markt hat und dann einen kleinen Prozentsatz teurer verkauft.

Richtig Tempo kommt aber erst im Spiel auf, wenn man sich dann wirklich gegen die Konkurrenz behaupten muss. Hier geht es dann, darum in einem bestimmten Zeitraum mehr Einnahmen als diese zu haben. Erwirtschaftet man genug, so kann man letztendlich auch im absoluten Ranking aller Shops steigen. Ziel ist es natürlich, hier auf dem ersten Platz zu landen.

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Illustrationen:

Neben den normalen Game-Sprites, gibt es hier und dort auch ein paar Illustrationen. Diese sind nett gestaltet und lockern das normale Geschehen dann noch einmal ein bisschen auf. Von der Qualität her sind sie ok, bieten aber gerade im Hintergrund nicht immer so viel Details, wie man es gerne hätte. Man merkt schon, dass der Fokus hier mehr auf den Charakter-Sprites liegt, als auf CGs.

Charaktere:

Louis als Charakter ging mir anfangs ein bisschen auf die Nerven. Vor allem, weil er sich von Alice so unterkriegen lässt. Mit der Zeit bessert sich dies aber. Vor allem nachdem die eigentliche Tutorialphase abgeschlossen ist und alle Elemente von AL・FINE einem zugänglich sind. Alice war mir durch ihre Art direkt unsympathisch, aber auch dies hat sich sogar noch gebessert. Durch das Führen des Ladens weicht sie dann auch etwas auf. Sophie ist ein ganz netter Charakter, im späteren Verlauf hatte ich nur das Gefühl, dass sie ein wenig untergeht. Zu Beginn war sie präsenter, vor allem in ihrer Rolle der Miss Tutorial.

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Sound:

Beim Sound muss ich zuerst sagen, dass hier die Soundoptionen ziemlich versteckt sind. Als ich das Spiel gestartet hatte, hatte ich Kopfhörer auf und mein Trommelfell wurde einmal ordentlich durchgepustet. Im Startscreen und auch Ingame konnte ich kein Optionsmenü finden. Letztendlich versteckten sich die Soundeinstellungen mit unter dem Menüpunkt ‚Gallery‘. Was die Musik selber angeht, so ist sie zwar zu dem Spiel passend, aber wirkliche Abwechslung gibt es hier dann doch nicht. Recht schnell hatte ich da dann doch die Musik ganz ausgemacht und nebenbei einfach eigene Songs gehört.

Vergleich zu Recettear

Wie gesagt, ganz weglassen kann man es nicht. Das Shopsystem in den beiden Titel ist recht ähnlich, wobei hier AL・FINE mehr Kniffe durch verderbliche Waren und Konkurrenz einbaut. Dafür ist das Abenteurer-System in AL・FINE doch recht unspektakulär. Während man in Recettear ordentlich Action bekommt und sich durch die Dungeons kämpfen muss, schickt man hier einfach nur seinen Abenteurer los und schaut dann, welche Items man am Ende bekommt. Hier habe ich das Gefühl, dass man in Recettear doch insgesamt mehr Action hat und man dadurch, dass man sich die Items wirklich selbst erkämpft, auch mehr Einfluss auf das eigene Shopangebot nehmen kann.

Fazit:

AL・FINE beginnt etwas träge und erst nachdem sich ein richtiges Ziel entwickelt wird, man mehr in das Spiel hinein gezogen. Die Shopmechanik ist gut durchdacht und auch die „Kämpfe“ gegen die Konkurrenz verleihen dem Spiel eine angenehme Würze. Es muss ich nicht hinter dem recht ähnlichen Recettear verstecken, sondern findet seinen eigenen Weg in dem Genre. Insgesamt macht das Spiel recht viel Spaß und es ist ein guter Zeitvertreib für zwischendurch. Ab einem gewissen Punkt fehlte mir nur irgendwie die Langzeitmotivation.

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