Connichi 2019 – Ein Bericht


Auch dieses Jahr war haben wir wieder die Connichi besucht. Da wir erst Freitag Abend losfahren konnten, haben wir uns vor allem auf den Samstag und den Sonntag konzentriert. Beide Tage waren wir schon vor der Öffnung der Tore da, dank der drei verschiedenen Eingänge, kam man aber trotz Taschenkontrollen recht schnell und entspannt rein.

Außerdem wimmelte es natürlich wieder von Cosplayern. Besonders beliebt waren dieses Mal My Hero Academia und die Fate-Serie, aber man konnte auch überraschend viele Cosplayer zu Serien wie Cells at Work oder Fire Emblem bestaunen. Natürlich werden auch westliche Serien und Filme nach wie vor gern ge-cosplayt. Mein Highlight waren Steve und Robin aus Stranger Things 3.

Da es im Garten mit den vielen Besuchern immer schwieriger wird ein richtiges Shooting abzuhalten, wurde im Innenhof der Stadthalle nun auch eine große Fotoecke angeboten. Es gab Hintergründe und Accessoires für ganz verschiedene Motive. Dies  machte u.a. Fotos unter Kirschblüten, in einer Bibliothek oder auf einem königlichen Thron möglich.

Ein breit gefächertes Angebot

Auch dieses Jahr war das Angebot wieder größer als die Zeit, die man zur Verfügung hatte. Neben den üblichen Händlerräumen, dem Gamesroom (einen für Videospiele und einen für analoge Spiele), verschiedensten Workshops und zahlreichen Bühnenshows gab es dieses Mal auch einige außergewöhnliche Angebote. Passend zum Anime Welcome to the Ballroom fand am Haupteingang ein Tanzwettbewerb statt. Außerdem gab es viele Vorträge zum Thema Japan, z.B. wertvolle Tipps für die erste Japanreise aber auch gesellschaftliche Themen wie „Japan und die Ausländer“ oder „Schulwirklichkeit vs. Mangarealität“.

Natürlich darf das Bring & Buy nicht fehlen. Auch ich habe dieses Jahr wieder was über den B&B zum Verkauf angeboten, da ich die entspannte Abwicklung für Verkäufer sehr mag. Das Abgeben und Abholen hat auch wieder wunderbar geklappt. Für Käufer war das B&B dieses Jahr aber eher enttäuschend. Man musste teilweise wirklich lange anstehen, um überhaupt in das Zelt zu gelangen. Wenigstens war der Bereich für die Warteschlange überdacht, das war besonders am regnerischen Samstag sehr wertvoll. War man nun endlich im Zelt angekommen, dauerte es wieder eine Weile bis man die Waren überhaupt begutachten konnte. Meiner Meinung nach wurde der Platz im Zelt nicht optimal genutzt, eine Seite war komplett vollgestellt und die andere wiederum komplett leer. Eine Art Rundgang wäre da eventuell vorteilhafter gewesen.

Auf Conventions sieht man immer mehr Familien mit Kindern, das überrascht nicht, wenn man bedenkt, dass die Generation, welche mit Pokemon, Dragonball und Co aufgewachsen sind nun erwachsen geworden sind. Die Connichi beweist, dass Kinder und Convention wunderbar unter einem Hut zu bringen sind und bot dieses Jahr erstmalig einen Familienbereich an, der auch sehr positiv angenommen wurde. Hier können sich Familien mit Kindern zurückziehen und sich und ihrem Nachwuchs etwas Ruhe gönnen. Bei der stetig wachsenden Anzahl an Kindern auf Conventions ist dies meiner Meinung nach eine sehr gute Idee.

 

Händler und Publisher

 

Die Händler-Stande fand ich dieses Jahr ehrlich gesagt eher enttäuschend. Die Auswahl an sehr verschiedenen Ständen war recht groß, aber mich persönlich interessieren Stände mit (selbst?) gehäkelten Plüschtieren und (selbst?) bedruckten T-Shirts nicht besonders. Die Qualität der Waren war meiner Meinung nach einfach nicht besonders berauschend und es wurde sehr viel Krempel angeboten. Figuren und Anime Merchandise waren nicht so stark vertreten wie es sonst der Fall ist (zumindest hatten wir diesen Eindruck). Auch der Figuya Stand ist in der Vergangenheit schon pompöser Aufgetreten.

Dafür wurde der Kreativ-Markt stark vergrößert, der Platz rechts und links neben den Publishern war nach wie vor für die Künstler reserviert. Zusätzlich hatten diese aber auch im Gartensaal platz gefunden, warum der Gartensaal dieses Jahr nur mit Eintrittskarte betreten werden konnte, habe ich leider nicht ganz verstanden. Hier fehlte dann auch leider die Abkürzung zum Park.

Die Publisher-Stände fand ich da schon interessanter. Der noch recht junge Verlag altraverse hatte einen wirklich schönen Stand. Außerdem boten sie nicht nur ihre Neuheiten an, welche es im Handel bis dato noch nicht gab, sondern ließen auch ihre beiden deutschen Mangaka direkt am Stand viele Signierstunden abhalten.

Auch Nintendo hatte natürlich wieder einen großen Bereich, hier konnte man schon einmal neue Games wie Link’s Awakening oder Luigis Mansion 3 anspielen. Außerdem wurden auch Spiele wie Fire Emblem oder Mario Maker 2 angeboten.
Der Anime Publisher Animoon verkaufte unter anderem Goblin Slayer Shirts, die weggegangen sind wie warme Semmeln. Auch wir konnten eins ergattern.

Matsuri

Mein liebster Ort auf der Connichi war dieses Jahr die Matsuri. Schon seit 2014 gibt es dieses schöne Angebot mit traditionellen Spielen und japanischen Köstlichkeiten. Vorher befand sich die kleine Ansammlung an Zelten immer im Innenhof der Stadthalle, da die Matsuri sich aber großer Beliebtheit erfreut, verlegte man sie dieses Jahr in den Rosengarten, dort wuchs das Angebot auch noch einmal stark an. Hier konntet ihr Yukata anprobieren, Goldfische fangen, euer Orakel befragen und viele Dinge mehr, die typisch für japanische Volksfeste sind. Die Lampions und die vielen Sitzmöglichkeiten luden vor allem Abends noch einmal zum verweilen ein.

 

Aber vor allem die Auswahl an Food-Ständen konnte sich blicken lassen, dagegen ist das Angebot des Food-Festivals auf der Dokomi schon fast schwach. Okonomiyaki und japanische Crêpes sind schon länger auf Conventions zu finden, dieses Mal gab es aber auch einen sehr guten Ramen-Stand und wirklich ordentliche Portionen Curry. Wer lieber etwas zum mitnehmen kaufen wollte, konnte im Dakashi-Zelt viele Knabbereien und Snacks ergattern. Ich persönlich hätte mich auch den ganzen Tag von Takoyaki ernähren können, so dass ich es gar nicht mehr geschafft habe auch noch die Nudelbrötchen oder den Matcha-Cake zu probieren.

Leider fiel die Abwicklung am Crêpe-Stand etwas negativ auf, sie hatten sich ein System für eine schnellere Abwicklung überlegt, dieses führte allerdings eher zu Verwirrung. Es gab drei Schlangen, an der ersten bestellte und bezahlte man seinen Crêpe, dafür bekam man einen Zettel auf dem die bestellte Sorte vermerkt war. Diesen Zettel gab man wiederum in der zweiten Schlange ab, so dass man in der dritten Schlange zum Abholen des Crêpes nicht mehr beweisen konnte, was man eigentlich bestellt hatte. Wenn man Pech, hatte und dies passierte leider wirklich, bekam man am Ende eine ganz andere Sorte.

 

Flow rocken den Festsaal


Allein für dieses Konzert hat sich der Eintritt für die Connichi schon gelohnt! Die Band Flow machte sich vor allem mit Openings zu bekannten Anime wie Naruto, Code Geass oder Eureka 7 einen Namen. Auf der Connichi feierten sie nun dieses Jahr ihre Deutschlandpremiere, da ist es kein Wunder, dass der Festsaal gestürmt wurde. Trotz engem Zusammenrückens passten nicht alle in den Saal. Zuerst war mir das Konzert gar nicht so wichtig gewesen, danach war ich aber wirklich froh dabei gewesen zu sein. Die Band hat den Saal so richtig gerockt, die Stimmung war einfach unglaublich gut. Sie haben in der viel zu kurzen Zeit gefühlt jeden Anime Hit gespielt, den sie je gebracht haben. Vor allem bei Ihrem Song „Go“ (Naruto) sang und tanzte der ganze Saal mit.

Quelle: Flow Official

Frontsänger KEIGO bemühte sich sogar auf deutsch durch das Konzert zu führen, er las die Sätze zwar ab, aber es war erkennbar wie viel Mühe sich die Jungs vorher schon gemacht hatten. Auch der zweite Frontsänger KOHSHI wusste wie man das Publikum richtig einheizt und zum mitmachen motiviert, aber spätestens bei der Vorstellung der einzelnen Bandmitglieder hatte Gitarrist TAKE das Publikum auf seiner Seite. Voller Energie legte er mit leuchtender Brille ein Tanz-Solo auf der Bühne hin. In der Zugabe, die lautstark vom Publikum verlangt wurde, überraschte die Band noch mit einem großartigen Cover des Attack on Titan Openings Guren no Yumiya.

Auch die Organisatoren der Connichi müssen hier positiv erwähnt werden. Man hat versucht so viele Besucher wie Möglich in den Saal zu bekommen, außerdem wurden gratis Ohropax verteilt und empfohlen wegen der Lautstärke diese auch zu nutzen. Die ganze Abwicklung und Platzverteilung gefiel mir persönlich sehr gut.

Fazit

Der lange Weg nach Kassel lässt mich jedes Jahr zwei Mal überlegen, ob mir das die Connichi wert ist. Allerdings mag ich nach wie vor den Flair dieser Con sehr gern. Die Händlerstände waren dieses Jahr leider etwas schwach vertreten und das Angebot eher langweilig, dafür konnte die Matsuri mich sehr begeistern. Gefallen hat mir auch, dass es auf dem Hof und auf der Matsuri viele Sitzmöglichkeiten gab, denn diese sind auf Conventions leider immer viel zu rar. Das Flow Konzert war definitiv mein persönliches Highlight an dem Wochenende. Ich bin schon sehr gespannt auf das Programm für das kommende Jahr, nach diesem Wochenende habe ich jedenfalls jetzt schon richtig Lust auf die Connichi 2020.

 

Fireblader und einem Anon gefällt dieser Artikel.

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